Kultur, die; -, -en [lat. cultura = Landbau; Pflege (des Körpers u. Geistes)] – so steht es im Duden. Und dass Sport und Kultur irgendwie verwandt sind, haben wir doch schon immer gewusst. Folglich saßen wir, die Senioren des LSV, wieder einmal in einem der großen Grund-Busse und fuhren gemeinsam nach Hamburg, um uns die Plaza der Elbphilharmonie und danach die Speicherstadt anzusehen.
Die Führung durch das Gebäude der Elbphilharmonie begann mit der „Fahrt“ auf einer etwa 80 Meter langen geschwungenen Rolltreppe – der längsten dieser Art weltweit, wie der Guide betonte – und schon standen wir vor einem großen Panoramafenster mit freiem Blick auf den Hafen.

Die Plaza ist die Nahtstelle zwischen dem traditionsreichen Hafenspeicher und dem gläsernen Neubau der Elbphilharmonie.
Während wir auf die Elbe und die Hafenanlagen hinuntersahen, erzählte uns der Plaza-Führer einiges über den Verlauf der Elbe, über die Schiffe die wir sahen und die Geschichte des Hafens. Wir standen derweil vor der bodentiefen Glasscheibe, die wir fast nicht mehr wahrnahmen, bis jemand sagte: Kribbelt es bei dir auch im Bauch?

Auf 37 Metern Höhe bietet die öffentliche Aussichtsplattform einen Rundumblick auf die Stadt und den Hafen.
Wir gingen weiter durch die vielen anderen Besuchergruppen hindurch zu der eigentlichen Plaza. Das ist die zentrale Plattform in 37 Metern Höhe mit einem Außenrundgang um das ganze Gebäude herum, sozusagen einem riesigen Balkon. Wir hörten wieder viele Zahlen und Fakten über das große Konzerthaus, das inzwischen weit über die Grenzen Deutschlands und Europas bekannt ist und von durchschnittlich 15 000 Besuchern täglich (!) besichtigt wird, bislang schon von mehr als neun Millionen. Auch zur Geschichte des Baus mit der roten Backsteinfassade auf den Fundamenten eines alten Kaispeichers wusste der Plaza-Führer etliches zu berichten, von der Idee eines Konzerthauses bis zur Eröffnung im Januar 2017 mit all den Widrigkeiten und jahrelangen Baustopps. Leider kamen wir nicht in die beiden Konzertsäle hinein, dennoch war es ein eindrucksvolles Erlebnis.

866 Millionen Euro betrugen die Baukosten der Elbphilharmonie insgesamt; die Fläche der Glasfassade beträgt 21800 qm und besteht zum Teil (ca. 5000 m2) aus gebogenen Glas-Elementen.
Und weil sie direkt nebenan liegt, besichtigten wir auch noch die zum UNESCO-Welterbe zählende Speicherstadt und die neue HafenCity Hamburg. Auch von hier aus hatten wir die „Elphi“ im Blick und fragten, wer denn wohl die 1 100 unterschiedlich geformten Glasscheiben putzen würde. Es seien Fassaden-Kletterer, die sich von der bis zu 110 Meter hohen Dachkonstruktion abseilen und die Glaselemente putzen würden. Uns schien, wir waren nicht die ersten, die danach gefragt haben.

Die Speicherstadt steht auf der rund 26 Hektar großen Fläche (einschließlich der Fleete) der ehemaligen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm.

In der Kaffeerösterei wird hochwertiger sortenreiner Kaffee geröstet, der auch verkostet werden kann.
Nach rund zweieinhalb Stunden war unsere umfangreiche Führung zu Ende. Wir hatten nun Zeit, uns die verschiedenen Sehenswürdigkeiten rund um die Landungsbrücken anzusehen. Einige gingen ins Speicherstadtmuseum, andere schwärmten anschließend vom Miniatur Wunderland, wieder andere fuhren mit dem Schiff auf der Elbe oder schlenderten trotz Wind und kühlen Temperaturen durch die Straßen und fanden nette Restaurants und Cafés (und Schaufenster).
Was sich aber kaum jemand entgehen ließ, waren Fischbrötchen jeglicher Art. Ganz gleich, wer uns von unseren Senioren beim Hamburg-Bummel auch entgegenkam und ein Fischbrötchen in der Hand hatte, sie sahen einfach zufrieden aus.
So zufrieden waren wir auch auf unserer Heimfahrt, als wir im Bus im Schein der Abendsonne wieder nach Hause fuhren.
Jutta Minuth und Jürgen Müller