Mein Rennbericht vom Rennsteiglauf: Ich hatte Großes vor (Supermarathon über 73Km), aber am Ende stand „nur“ ein Marathon in 3:40:41 beim Rennsteiglauf zu Buche.
Aber der Reihe nach. Es ist Freitag, der 19. Mai 2017 0:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit. Ich besteige am Detroit Metropolitan Airport eine Boeing 747 und setze mich in die Economy-Klasse. Aufgrund technischer Probleme geht es mit einer Stunde Verspätung in die Luft, so dass ich den Anschlussflug in Amsterdam verpasse. Die nächste Verbindung bringt mir neben einem opulenten 10€ Gutschein (Danke KLM!) auch einen Aufenthalt in Schiphol von nur 5 Stunden ein. Entsprechend entspannt und ausgeruht erreiche ich das Heim um 15:30 Uhr. Schnell räume ich den Koffer um: Business raus, Sport rein und weiter geht es mit der Familie nach Gehlberg im Thüringer Wald. Dort ist an diesem Wochenende das (Leistungs-)Zentrum der Läufer aus Lehrte für den Rennsteiglauf. Denn es trifft sich dort die Laufgemeinschaft um Jürgen Walter vom Post SV. Danke Jürgen für Aufnhme in die eigenen Reihen und die tolle Organisation!
Während der opulenten Reisezeit fälle ich die Entscheidung, bzw. es fällt der Groschen, dieses mal doch nicht den Supermarathon zu wagen. Da halbe Sachen (Halb-Marathon) nicht mehr zur Verfügung stehen, wird „spontan“ auf den Marathon runtergemacht. Somit finde ich mich am Samstag nach einer kleinen Busfahrt in Neuhaus wieder. Am Tag des Rennsteiglaufes geht nicht mehr viel auf dem Straßen rund um den Rennsteiglauf. Es ist ca. 8:50 Uhr – 10 Minuten bis zum Start. Ich stehe im großen Pulk der Starter, hake mich bei meinen Nachbarn ein, stimme den Schneewalzer an und schunkele gut gelaunt, aber etwas irritiert, zum Walzertakt aus den Lautsprechern. Wo bin ich hier doch gleich? Träume ich das gerade? Nein, dass ist Rennsteiglauf!
Die Strecke selbst verläuft anfangs noch auf Asphalt, später über schöne „Waldautobahnen“ durch den Thüringer Wald. Das Höhenprofil zeigt sich gutmütiger als befürchtet. Außer zwei Gehpassagen ist alles gut laufbar. „Gut“ muss man jedoch etwas relativieren. Mein Kopf ist müde, die Beine sind es auch. So „schlappe“ ich Kilometer um Kilometer, die Natur genießend, dem Ziel in Schmiedefeld entgegen. Am Samstag gegen 12:41 Uhr erreiche ich das Ziel und bewältige somit die Strecke von Detroit nach Schmiedefeld in weniger als 37 Stunden.
Schöne Gegend, ein schöner Lauf und lecker Bierchen im Ziel 🙂
Till erreichte beim „Internationalen Rennsteig-Junior-Cross“ über 2Km in einer Zeit von 10:10 (min:sec) den 31. Platz.
Bis zum nächsten Jahr beim Supermarathon?

After Work Party – Rennsteiglauf
Autor: Sven Kopetzki