2020. Was für ein Jahr. Das Coronavirus zog uns allen ein Strich durch die Rechnung. Sogut wie alle Wettkämpfe fielen aus, die Bäder machten dicht und das Training im Verein wurde vorübergehend auch eingestellt. Ursprünglich hatten Finn und Nils sich bei dem 24 Stunden Radmarathon um den Brelinger Berg angemeldet. Und wer hätte es gedacht? Auch dieser Plan fiel ins Wasser. Jedoch ließen sie sich davon nicht unterkriegen und schmiedeten einen neuen Plan: ein eigenes Radrennen! Finn fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Ich war begeistert von der Idee und sagte direkt zu. Nun musste alles geplant und organisiert werden. Wir erstellten eine Route von ca. 33km rund um Aligse, sodass wir unsere Vorräte an Getränken und Verpflegung regelmäßig auffüllen konnten. Die Verpflegungsstation und den Schlafplatz bauten wir bei Finn im Garten auf. Damit stand dem Radrennen nichts mehr im Weg. Leider musste Nils kurzfristig absagen, da etwas dazwischen gekommen ist. Und nun war es soweit, Samstag, der 11.07.2020. Das Wetter spielte super mit und die Vorfreude stieg. Gegen 17:30 kam ich bei Finn an und wir füllten die Verpflegungsstation ordentlich auf, damit wir gut gerüstet in den Radmarathon starten konnten.

Die Räder wurden ein letztes Mal gecheckt und dann ging es auch schon los. Um 18:00 Uhr fiel der Startschuss. Die erste Runde, die wir zum Warmfahren nutzten, starteten wir top motiviert. Im Laufe des Abends sammelten sich immer mehr Kilometer an, sodass wir gegen 23:30 bei knapp 130km lagen. Vorallem der Sonnenuntergang blieb uns im Gedächtnis. Als Belohnung gab es einen saftigen Burger mit Pommes, den wir uns echt verdient hatten.

Um Mitternacht machten wir es uns in den Zelten gemütlich und schliefen bis 5:30. Es wurde gut gefrühstückt und um 6:00 stiegen wir wieder auf unsere Räder. Da es noch sehr frisch war, entschieden wir uns die erste Runde in langen Radklamotten zu fahren. Nachdem auch die Sonne aufging und es wärmer wurde, wechselten wir wieder auf kurz. Während des Rennens stellten wir uns oft die Frage, warum wir das Ganze eigentlich machen. Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir es lieben. Im Laufe des Tages bekamen wir tatkräftige Unterstützung von unseren Teamkollegen Jan-Nick, Emma und Nils, die die eine oder andere Runde mitradelten und uns immer wieder motivierten weiterzumachen. Auch am zweiten Tag hatten wir Glück mit dem Wetter, denn was wünscht man sich als Radfahrer mehr als sonnige 25 Grad und wenig Gegenwind. Unsere Hauptverpflegung bestand größten Teils aus Nudeln, Riegeln und Cola, die uns bei Kräften hielten. Wegen eines Platten, mussten wir eine halbe Stunde oben drauf rechnen, da diese Panne ersteinmal behoben werden musste. Die gefahrenen Kilometer stiegen immer weiter an, im Gegensatz zu unseren Kräften, die langsam von uns gingen. Jedoch übertraf unsere Motivation den Kräfteverlust, deswegen wurde geradelt was das Zeug hält, um möglichst viele Kilometer zusammen zu bekommen. Zum Ende des Rennens merkte man jeden Muskel im Körper, auch die, von denen man garnicht wusste, dass sie existieren.

Allerdings folgten wir dem Motto:
„Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt“, sodass wir die letzte Runde nochmal richtig in die Pedale getreten sind.

Und nun war es auch geschafft. Punkt 18:30 war das Werk vollbracht. 24 Stunden soviele Kilometer wie nur möglich. Am Ende zählte mein Tacho 393km, Finn’s 352km. Wir waren super glücklich über die Leistung, die wir vollbracht hatten. Die Freude stand uns ins Gesicht geschrieben. Es war physisch als auch mental eine große Herausforderung, der wir uns gestellt hatten. Das hat uns gezeigt, dass man auch in so schwierigen Zeiten, eine Menge erreichen kann. Uns war schnell klar: 2021 wird dieses Event wiederholt.

Autor: Alex