…. wofür schinden wir uns eigentlich Tag für Tag beim Training?

Schon ein merkwürdiger Sommer, Corona, keine Wettkämpfe…., wofür das alles?

„Stoneman Miriquidi“, Trainerkollege Dr. André Albrecht (Institut für Trainingsoptimierung) wurde durch einen Kunden darauf aufmerksam. Eine Herausforderung der besondern Art (keine Massenveranstaltung), so das diese zu diesem Seuchenjahr passt!!!

Eine Rennradtour im bzw. um das Erzgebirge, die man nicht gewinnen kann…., sonder lediglich bewältigen muß.

Vor der Tour muss man allerdings eine Entscheidung treffen: „Gold, Silber oder Bronze? Diese Frage war für André und Udo schnell geklärt, nach dem Motto „Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt“ entscheiden wir uns für die Goldversion und rocken die 290 Km mit 4900 Höhenmetern an einem Tag.

Das schöne an der Tour ist, dass man sich selbst entscheiden kann, „wann man“ (zwischen Mai und Ende Oktober) die Runde um das Erzgebirge fährt und „von wo aus“ man startet. Einzige Vorgabe, „gegen den Uhrzeigersinn“.

Ach ja, Corona macht auch mit: Im Normalfall fährt man ca. die Hälfte der Kilometer in der sächsischen Schweiz und die andere Hälfte in der Tschechei. Bis ca. Anfang Mai war die Grenze wegen der Pandemie gesperrt, so das die Veranstalter umplanen mussten. Kein Problem, findet 2020 halt alles in Deutschland statt! Die Runde wurde umgeplant und aus den 290 Km wurden kurzerhand 316 Km (mit nun 5900 Höhenmetern).

Auch egal, „anmelden“, kriegen wir schon hin! Anreise Freitag – Radtour Samstag – Rückreise Sonntag, und bis dahin: Ordentlich Kilometer schruppen.

Ursprünglich war eine Zeit von 12 Std. anvisiert, die auf der geänderten „Corona – Runde“ natürlich nicht mehr realisierbar war.

So machten wir uns gut gerüstet am Samstag, den 18.07.2020 morgens um 6.00 Uhr in Altenberg auf den Weg. Die ersten ca. 5 Km ging es bergab, erstmal nur rollen lassen und bloss nicht überzocken, der Tag wird lang. Nach ca. 50 Kilometern in 2,5 Std. auf asphaltierten, schmalen und unübersichtlichen Waldwegen wurde uns klar: „Das wird ein ganz langer Tag“.

Nach und nach wurden die Strassen besser und wir kamen etwas zügiger voran, allerdings galt für den ganzen Tag „rauf oder runter“, kein Meter gerade und Rampen bis zu 18 %, selten aber länger als 200 m (macht aber schon Aua).

Ansonsten alles machbar zwischen 3 und 10% Steigung in einer grandiosen Landschaft mit vielen kleinen Ortschaften. Alle ca. 50 – 60 Km eine „1 Liter-Cola-Pause“ und eine etwas längere Pause, da unser Navi-Tacho nach ca. 150 Km auch etwas Hunger bekam (Aku fasst leer).

Nach 173 Km hatten wir mit dem Gipfel des Fichtelbergs (1215 m) den höchsten Punkt der Runde erreicht (Super Aussicht Richtung Tschechei).

Genug geguckt, noch ca. 140 Km (ca. 18.00 Uhr), „wann wird es eigentlich dunkel“, zum Glück hatte Kollege Albrecht an ein Rücklicht gedacht. Um 21.30 Uhr fing es an zu dämmern und ab 22.00 Uhr war es dann stockdunkel. Zum Glück ist hier nicht viel los, so das uns in der letzten Stunde lediglich 2 Pkw´s überholt haben;-) und 5 Radfahrer die alle auch Frontlicht hatten;-((

Und das war es dann auch schon, um Punkt 23.00 Uhr erschienen wir in der Rezeption und wurden in die „sächsische Hall of Fame“ des „Stoneman Miriquidi“ aufgenommen.

Für Nachahmer: Tolle Sache (trainieren lohnt sich doch) und es ist bei weitem nicht so schwer, wie man vorher meint!!

Aber auch einige Minuspunkte: Die 12 Kontrollpunkte mit Stanzautomaten sind teilweise schwer zu finden und ohne Radcomputer mit GPS und Navifunktion (bzw. nur mit Roadbook) ist die Tour unserer Meinung nur schwer durchführbar.

Infos zum Stoneman: https://road.stoneman-miriquidi.com/

Udo Weimann